295 Jahre Kirchweih LUTHERKIRCHE….

Gott spricht: Ich will unter ihnen wohnen und will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. (Hesekiel 37,27)

Liebe Leser,

Gott kommt nicht als Hausbesetzer, sondern er kündigt sich an und zeigt seinen Willen: Ich will unter ihnen wohnen… Ob er "Obdach" findet, und ob er unter uns wohnen darf? Wir haben eine sehr schöne Kirche und zu Kirchweih denken wir daran, dass seit 295 Jahren die St. Bartholomäuskirche, unsere heutige Lutherkirche, ja solch ein Ort Gottes sein soll. Hier ist sein Haus.Hier kann man Gott begegnen. Hier können wir sein Wort hören und seine Gemeinschaft unter Brot und Wein erleben. Gott möchte den Kontakt mit uns und unter uns wohnen. Er stärkt unser Vertrauen zu ihm und wir spüren die Verbindung mit ihm. Wenn sich jemand entschließt eine Wohnung zu nehmen, dann bleibt er da. Dann will er dort sein. Viele Menschen sind in den vergangenen Jahren aus dem Vogtland weggezogen. Sie haben woanders Wohnung genommen. Weil sie es dort besser haben oder weil sie hier keine Zukunft für sich gesehen haben. Gott zieht nicht von dieser Welt weg, er will einziehen. Er hat sein Versprechen mit Jesus Christus wahr gemacht und ist auf die Erde gezogen. Gott wohnt unter uns. Er wurde Mensch. Aber er fragt uns. Er drängt sich nicht auf. Er bittet um Wohnung. Und wer ihn aufnimmt, erfährt: Gott ist da. Gerade deshalb gibt es für uns Christen keine hoffnungslosen Orte auf Erden mehr. Und niemand ist abgeschrieben. Gott verspricht der prägende Bewohner zu werden. In manchen Mietshäusern gibt es Mitbewohner, die man nie wahrnimmt, weil sie leise sind, nur durchs Treppenhaus huschen und gerade mal am Klingelschild erkennt man, hier muss jemand wohnen. Andere sind laut und verbreiten ihren Lärm oder gar ihre Gerüche im ganzen Haus. Nicht immer zur Freude der anderen Mitbewohner. Aber am Besten sind jene, die die Gabe haben, das Haus zu erfreuen und aufzumuntern. Seit jener eingezogen ist, grüßt man sich im Haus, machen wir eine Hausparty im kleinen Garten und ist es ganz unkompliziert, sich gegenseitig mal was zu borgen oder zu leihen. Und man freut sich einander zu begegnen. Ja man hat sich erst wahrgenommen und kennengelernt, seit jener eingezogen war. Solch ein prägender Bewohner möchte Gott sein. Er macht uns zu seinem Volk und verspricht uns nicht zu verlassen. Das vergessen wir manchmal im Alltag. Dann knallen wieder die Türen, die Wohnung wird zum Rückzugsort oder zum Gefängnis und gegenseitige Rücksicht wird zum Juristenstreit. Und alle anderen Mitbewohner bleiben fremd und fern. Unsere Kirche, wie jedes Kirchengebäude, möchte einladen, dass Sie diesen Gott, der unter uns wohnen will, neu kennenlernen, ihm vertrauen und ihn auch mit nach Hause einladen in Ihr schönes Eigenheim, in Ihre eigenen vier Wände oder in die Wohnung, die vielleicht unaufgeräumt und spartanisch oder schon seit Jahrzehnten mit alten schweren Möbeln das Heim für ihr Leben ist. Er zieht in unser Leben ein und verändert es zum Guten. Er besetzt es nicht feindlich oder rechthaberisch, er bietet sich an und möchte gerne segnend, helfend, erlösend und heilend unter uns sein. Liebe Leser, das ist unser christlicher Glaube, der von Martin Luther damals so freudig und befreiend neu entdeckt wurde. Und den wollen wir auch leben, indem wir die Kirche besuchen, Gott ehren und anbeten und Jesus Christus unter uns wohnen lassen. So grüßt Sie alle herzlich aus dem Lutherhaus,


..meint Ihr Pfarrer Andreas Gräßer