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"Wer im Dunkel lebt und wem kein Licht leuchtet,
der vertraue auf den Namen des Herrn und verlasse sich
auf seinen Gott" (Jes 50, 10)


An einem Mittwoch im Herbst, der begabte achtjährige Junge kommt zur Musikprobe ins Lutherhaus. Es wird dämmrig draußen. Die ersten kalten Winde machen selbst das Treppenhaus zu einem angenehmen Schutzort. Da strahlt er mich an und sagt: "Ich habe jetzt solche Lust auf Weihnachten. Ich fühle es schon so weihnachtlich." Und schon schließt sich die Tür zum Probenraum, und kurz darauf ertönt Musik. Glücklich, wer sich so auf Weihnachten freut. Und dabei ging es nicht um Geschenke, um konkrete Dinge, es ging um diese wunderbare Zeit. Festliche Zeit, die einen spüren lässt: Die Dunkelheit kann das Licht nur noch größer machen. Denn in der finstersten Nacht und im kältesten Wind ist das Licht mit seiner Macht am deutlichsten zu empfinden. Dazu werden wir eingeladen. Advent und Weihnachten sind solche Zeiten, die uns darauf aufmerksam machen. Bring deine Dunkelheit mit. Fürchte dich nicht in der Kälte des Alltags und in der Nacht deiner Gedanken. Vertraue. Vertraue diesem Jesus, der kommt. Vertraue dein Leben dem Jesuskind an. Und so kannst du dich in Gott fallen lassen. Denn Jesus kommt als das Licht der Welt. Er wird geboren in der heiligen Nacht. Nicht die Nacht war heilig an sich, sie wurde zu einem Moment, der alle Welt verändern sollte. Die Krippenspielproben haben begonnen, die Flöten üben jubelnde Tonreihen, die Chöre haben die alten und modernen Weihnachtslieder aufgeschlagen. Und in gar nicht großer Entfernung, im Osten der Ukraine herrscht immer noch Krieg. Und im Lutherpark suchen Menschen nach weggeworfenen Pfandflaschen, und Kinder sitzen ohne richtige Heizung in einer Wohnung, in der es nur nach Alkohol riecht. Manchmal denke ich, wir können gar nicht Weihnachten feiern, wir machen etwas falsch und müssten erst alles ändern, bevor wir Jesus willkommen heißen können. Dabei gilt es trotzdem Weihnachten zu feiern. Gerade jetzt den Advent herbeizusehnen und Jesu Kommen in unsere Welt zu erbitten. "Komm Herr in unsere Dunkelheit. Komm in unsere festgefahrenen Denkstrukturen, in unsere harten Herzen und in unsere gottlose Besinnlichkeit. Und lass uns spüren, wie du es hell machst. Ich will vertrauen auf diesen Herrn und Gott, der diese ungewöhnlichen Namen trägt wie "Immanuel, Friedefürst, Wunder-Rat, Gott-Held". Jesus Christus hat diese Welt erleuchtet. Aus einem Stall dringt das Licht zu uns. Ich freue mich auf Weihnachten, gerade weil es kalt und dunkel ist. Große Erwartung und Weihnachtsfreude wünscht Ihnen und Euch,
meint Euer / Ihr Pfarrer
Andreas Gräßer