Sonntag, 17. Februar 2019:

Lobet, ihr Völker, unsern Gott, lasst seinen Ruhm weit erschallen, der unsre Seelen am Leben erhält und lässt unsere Füße nicht gleiten.
Psalm 66,8-9

Ein Lobpreis seiner Herrlichkeit sollen wir sein - wir alle, die wir durch Christus von Hoffnung erfüllt sind!
Epheser 1,12

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Vorsätze im neuen Jahr!

Das ist aus der Mode gekommen. Denn wie schnell gehen gute Vorsätze für ein neues Jahr im Alltag unter! Man schafft es einfach nicht, weniger Süßes zu essen oder sich mehr zu bewegen. Man vergisst wichtige Gedanken und Entscheidungen für ein besseres Leben. Und es gibt ja so Vieles, was von einem verlangt wird, was erledigt werden sollte… Und dann diese Jahreslosung 2019: "Suche Frieden und jage ihm nach" (Psalm 34, 15). "Was ist Frieden?" wurden Kinder gefragt. Salsabil, 11 Jahre, im Flüchtlingslager in Jordanien antwortet in einem Video: "Hier helfen sich alle gegenseitig. Das ist Frieden." Und damit hat der Junge längst verstanden, dass Frieden mehr ist als die Abwesenheit von Krieg. Mit dem biblischen Wort "Schalom" wird Unversehrtheit und der Zustand des Ganz-und Vollkommenseins gemeint. Und wer jetzt an das Paradies, denkt ist auf der richtigen Spur. Dieser Frieden, wie ihn Gott will, der hat etwas mit seinem Willen, mit seiner Schöpfung und seiner Gegenwart zu tun. Darum fällt es uns so schwer. Darum werden wir scheitern, wenn wir einfach so drauf los leben und jetzt noch den Vorsatz zum Frieden auf unser tägliches Pensum draufsatteln. Es ist die Entscheidung, neu und anders zu leben. Nach Gott zu fragen. Ehrfurcht vor Gott und Zutrauen zu ihm zu haben. Und deswegen einander zu helfen. Und deswegen aufeinander zuzugehen. Und deswegen die eigene Zunge zu kontrollieren und zuerst diesen Vorsatz zu bedenken, bevor ein Kommentar über den Arbeitskollegen abgelassen wird. Bevor eine Entscheidung im eigenen Sinne gefällt wird, bevor der andere in Schubladen eingeordnet wird. Und wenn wir es nicht schaffen, diesen Vorsatz zu leben, dann lasst uns bedenken, welchen Vor-Satz Gott selbst gegeben hat: "Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eigenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden." Das ist Gottes Vor-Satz vor allem unseren Tun und Lassen. Darum will ich den Vorsatz fassen, dieses Jahr Frieden zu suchen. Und ihm nachzujagen. Und wenn ich scheitere, dann kann ich neu anfangen und Vergebung und Frieden für mich nachholen. Ich kann Frieden schöpfen und Frieden austeilen, Frieden suchen und ihm nachjagen. "Lass ab vom Bösen und tue Gutes"-beginnt unser Vorsatz. Und noch weiter zuvor steht (Psalm 34, 12-13): "Ich will euch die Furcht des HERRN lehren. Wer möchte gern gut leben und schöne Tage sehen?" Ja ich. Das ist ein gutes Motto fürs neue Jahr. Das geht aber nicht von selbst. Ich will etwas dafür tun. Gerade 2019, wenn Wahlen und politische Auseinandersetzungen das Gesprächsklima anheizen, wenn international Waffen und Drohungen wieder eine große Rolle spielen. Wenn ich Furcht habe, zu kurz zu kommen. Wenn mein Alltag so gar nicht gelingen will. Ich beginne mit Frieden. Ich suche Gottes Frieden und jage dem Frieden in der Familie, dem Freundeskreis, im Haus und auf Arbeit hinterher. Mal sehen, wie das neue Jahr dadurch geprägt wird.
Jesus sagt: Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen. (Mt 5, 9)

Bleiben Sie in diesem Sinne mutig und gesegnet im Neuen Jahr,
herzlich,
Ihr Pfarrer Andreas Gräßer